Postkartenidylle auf dem verschneiten Feldberg

Am von Colin Derks in Allgemein, In eigener Sache, Landschaft veröffentlicht | 1 Kommentar

Der Winter hat vor kurzem Einzug in den Schwarzwald gehalten, hat Berge, Täler, Bäume und Wiesen in eine puderzuckerweiße Landschaft verwandelt. Ideale Bedingungen, um rauszugehen und zu fotografieren. Der Wecker klingelt um 5 Uhr morgens – kurze Zweifel: Will ich das wirklich?! Im Bett ist es so schön warm und kuschelig. Doch manchmal muss man sich einfach einen Ruck geben. Noch kurz gefrühstückt, das letzte Mal einen Blick auf das Kamera-Equipment geworfen und mich in 3 Lagen warme Klamotten eingepackt, schon klingelt mein Handy und meine heutigen Begleiter – Till von Freegraphy und Manu von Pixelnoise – stehen vor der Tür. Es ist saukalt und wir sind alle von einer viel zu kurzen Nacht übermüdet. Unser heutiges Ziel: Der Feldberg (1493m ü. M.) im Sonnenaufgang.

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Schon auf der Fahrt zeigt sich, dass es ideale Bedingungen werden könnten: Eine Sternklare Nacht liegt über dem Schwarzwald, teilweise entstehen schon auf unserer Fahrt die ersten Nebelfelder, die aus dem Nichts auftauchen und am Autofenster vorbeiziehen.

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Oben am Feldbergerhof angekommen ist es noch viel kälter, es sind bestimmt um die -10°C. In der Ferne kündigt sich die Morgendämmerung an, die ersten Spitzen der Alpen lassen sich erahnen und uns wird klar: Das wird ein Sonnenaufgang wie im Bilderbuch! Bleibt nur noch der Aufstieg auf den Feldberg bzw. Seebuck. Während in unseren Rücken die Morgendämmerung immer stärker und die Aussicht mit gefühlt jedem Höhenmeter bombastischer wird, kommt in mir kurz Panik auf. Was, wenn wir es nicht rechtzeitig nach oben schaffen?! Dann war fast alles umsonst.

Wir versuchen uns zu beeilen. Gar nicht so einfach mit knapp 10 kg Fotogepäck auf dem Rücken. Immerhin habe ich zwei Kameras, drei Objektive, ein Stativ und Verpflegung dabei.

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Doch wir haben es rechtzeitig geschafft. Schwitzend oben angekommen bietet sich uns eine atemberaubende Aussicht. Im Südosten die klar erkennbare Alpenkette, die sich aus dem Hochnebel emporhebt, im Norden der Schwarzwald mit seinen schneebedeckten Tälern und im Westen lassen sich die Vogesen erahnen.

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Knapp 20 Minuten nach unserer Ankunft auf dem Seebuck-Gipfel geht die Sonne hinter den Alpen auf. Wow. Wir sind hin- und hergerissen von der Vielzahl an Motiven die sich uns bietet. Keine Spur mehr von den Zweifeln beim Weckerklingeln!

Ganz langsam wird es auch ein bisschen wärmer, auch wenn der starke und eiskalte Wind uns viel abverlangt. Rund um uns herum wird immer mehr von der Postkartenidylle sichtbar, eingetaucht in ein gold-orangenes Licht.

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Wir machen eine kurze Pause an einer Hütte der Bergwacht, es gibt Lebkuchen und Cookies, dazu halbgefrorenes Mineralwasser. An Tee, Kakao oder Kaffe hat natürlich niemand von uns gedacht, wird aber gleich für die nächste Tour notiert. Die Nebelgrenze zieht unterdessen immer weiter hoch und wir beschließen, dieser einen kurzen Besuch abzustatten. Auf unserem Weg nach unten erreichen wir sie in einem kleinen Waldstück und es gibt ein wunderschönes Lichtspiel aus Sonne, Nebel und eingeschneiten Tannen.

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Es ist inzwischen schon halb 10 und die Müdigkeit macht sich langsam wieder breit. Zeit, dem Feldberg für diesen Tag den Rücken zu kehren. Nicht, ohne vorher schon die nächsten Ideen für Fototouren – nicht nur im Schwarzwald – zu spinnen.

Und weil es dort oben so schön war, kommt hier noch eine große Fotogalerie:

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