Ich höre auf…

Am von Colin Derks in In eigener Sache, Technik veröffentlicht | 2 Kommentare

…mit Canon zu fotografieren.

Canon - Nikon-Wechsel - Colin Derks Fotografie

Seit ich Ende 2009 angefangen habe zu fotografieren, habe ich gerne Kameras und Objektive von Canon benutzt. In meiner Ausbildung wurde ich an Canon-Kameras ausgebildet, an Crop als auch an den Vollformat-Kameras 5D Mark II und 5D Mark III. Ich habe bei meinen Jobs immer gerne auf die 5D Mark III, die 6D oder aber auch die 7D zurückgegriffen, weil die Bildqualität, die Bedienung und das Handling einfach gepasst haben, die Menüführung ist in etwa gleich und ich musste mich nicht jedes Mal in eine andere Bedienung einlernen. Bei meinen Sportfoto-Jobs habe ich meist mit der 7D fotografiert. Zugegeben, sie ist alt und hat ein wirklich mieses Rauschverhalten, aber der Autofokus war relativ ok und sie ist fast unzerstörbar. Doch immer wieder hatte ich viel Ausschuss. Der Autofokus trifft nicht so zuverlässig, wie ich ihn oft brauche. Gerade bei Sportarten mit hohen Geschwindigkeiten, etwa einem Rennrad-Event bei dem die Fahrer bergab mit 50-60 km/h auf mich zugefahren kommen, hatte ich am Ende nur 1-2 von 5 Fotos scharf. Das geht gar nicht!

Ich wollte schon lange auf die 5D Mark III upgraden, doch wird sie – 4 Jahre nach Markteinführung – immernoch mit etwa 2400 € Brutto gelistet! Ein ganz schönes Häppchen, gerade wenn man wie ich, am Anfang der Selbstständigkeit steht. Einen Kredit aufzunehmen, kommt für mich nicht in Frage. So verblieb ich immer dabei, mir für große Aufträge, wie bspw. Hochzeiten oder wichtige Portraitshootings, Kameras von befreundeten Fotografen auszuleihen.

Ich hielt die Canon-Nikon-Diskussionen und Sticheleien, die seit vielen vielen Jahren in der Fotografenszene tob(t)en, lange für Kindergarten und beteiligte mich nicht daran. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Fotografieren kann man mit beiden Sytemen gut und das wichtigste für das Gelingen eines guten, aussagekräftigen Fotos, ist meiner Meinung nach immernoch der Mensch hinter der Kamera. Ich verbrachte meine Zeit anstatt in irgendwelchen Szene-Foren, lieber draußen hinter der Kamera, was mich deutlich weiter gebracht hat.

So beschäftigte ich mich schon länger nicht mehr mit Nikon-Kameras und bekam nur am Rande die Entwicklungen, bspw. im Bereich des Sensors, des Dynamikumfanges oder der Autofokus-Systeme mit. Ab und zu fotografierte ich natürlich trotzdem mit Nikon-Kameras, etwa mit der D800, wenn es um gemeinsame Projekte mit anderen Fotografen ging.

Mein Bild begann sich etwa im Oktober vergangenen Jahres zu wandeln. Ich war zusammen mit einem Haufen anderer Sportfotografen an der Côte d’Azur bei einem MTB-Event und irgendwann kam wieder das leidige Thema Fokus-Treffsicherheit zu sprechen. Wir Canon-Fotografen hatten teils ziemlich viel Ausschuss, gerade im Tele-Bereich, produziert. Egal ob mit der 7D, der 7D Mark II oder der 5D Mark III. So wirklich überzeugen konnten diese Kameras alle nicht, am schlimmsten schnitt aber ohne Frage die 7D ab.

Im Gegenteil die D750 von Nikon. Klein, handlich, leicht, Vollformat. Der Ausschuss im Tele-Bereich tendierte gegen 0. Als ich dann auch noch den Preis für die D750 – etwa 1800 € Brutto – erfuhr, ließ mich das nachdenklich werden. Warum soll ich für eine Kamera von Canon, die der D750 in vielen Punkten nicht das Wasser reichen kann, so viel mehr bezahlen?

Lange sträubte ich mich dagegen, ernsthaft über einen Wechsel von Canon zu Nikon nachzudenken. Ich liebe die Canon Objektive, vor allem mein 135mm f/2.0 L, die Menüführung, die Haptik,… Doch auch die beste Bildidee kann nicht umgesetzt werden, wenn die Technik in wichtigen Punkten schlicht versagt.

Unterm Strich komme ich bei einem Wechsel nicht nur finanziell deutlich besser weg, als wenn ich bei Canon verbleibe. Auch das Warten auf die lange angekündigte 5D X (oder wie auch immer sie heißen wird) und die dann sinkenden Preise der 5D Mark III konnten mich immer weniger trösten. Zu groß wurde in letzter Zeit der Frust über mangelnden Dynamikumfang, ein wirklich hässliches Bildrauschen bereits ab ISO 800 und zu viele unscharfe Fotos, die schlussendlich allesamt im Papierkorb gelandet sind.

Ich habe mir die Nikon D750 bestellt und werde meine Canon-Ausrüstung jetzt nach und nach verkaufen.

Über den Wechsel, meine Erfahrungen damit und vielleicht auch über Vergleiche, werde ich hier im Blog immer wieder etwas schreiben. Ich bin gespannt und freue mich auf das, was kommt!

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