[Klartext] Refugees welcome!

Am von Colin Derks in Allgemein, In eigener Sache veröffentlicht | Kommentare

Refugees welcome

Wir erleben gerade eine Zeit, in der eine Welle des puren Hasses nicht nur die sozialen Netzwerke ergreift, sondern langsam auch in die Öffentlichkeit abseits von Facebook, Twitter & Co. vordringt. Wenn ich durch die Straßen in Freiburg laufe, schnappe ich immer wieder Worte wie “Gutmenschen” oder offene Anfeindungen gegenüber Geflüchteten oder Menschen mit Migrationshintergrund auf. Hintergrund scheint der – ohne Frage – furchtbare und unbegreiflicheSexualmord an Maria L. durch einen jungen Mann zu sein. Dass dieser aus Afghanistan stammt scheint jetzt für viele Menschen, nicht nur in Freiburg, auszureichen, um Ihrem Hass gegenüber Geflüchteten und Flüchtlingshelfern freien Lauf zu lassen, zu pöbeln, drohen und zu bedrängen. Das macht mich sprachlos, traurig und wütend zugleich, denn niemand flieht ohne Grund. Zeitgleich macht es mir ziemliche Angst. Was, wenn der Hass im Netz weitere Wellen schlägt und noch mehr Übergriffe auf Geflüchtete oder deren Unterkünfte stattfinden, als jetzt schon?

Ich möchte jetzt nicht großartig auf Statistiken eingehen, wieviele Gewalttaten mit sexuellem Hintergrund von Deutschen, Fleischessern, Geflüchteten, Arbeitslosen, Veganern, Radfahrern oder Büroangestellten begangen wurden, denn das ist nicht zielführend. Doch statt zu erkennen, dass Sexismus das Grundproblem hinter solchen Taten ist, dass ein Großteil dieser im persönlichen bzw. familiären Umfeld der Opfer geschehen, wird jetzt jede Straftat auf Herkunft, Religion oder Hautfarbe reduziert und alles über einen Kamm geschert. Ich hätte nicht gedacht, dass die Stimmung in dieser Region, in dieser Stadt, so schnell kippt.

Ich habe mit dieser Seite inzwischen eine ganz ordentliche Reichweite auf Facebook und sehe immer wieder, dass meine Fotos geteilt werden. Dass ich dann jedoch ab und zu meine Fotos zwischen AfD-Postings oder rechter Propaganda entdecke, finde ich nicht gut, dem möchte ich u.a. mit diesem Posting entgegenwirken. Denn die Fotografie ist etwas verbindendes, sie funktioniert über Grenzen und Mauern hinweg, kennt keine Hautfarbe und Religion ist ihr auch ziemlich egal. Ich möchte mit meiner Fotografie Emotionen wecken und inspirieren.

Gerade jetzt ist es wichtig, sich zu bekennen, aufzustehen und einzuschreiten. Gegen Hass und Rassismus im Netz und auf der Straße. Wer dies nicht tut, trägt eine Mitverantwortung für die weitere Entwicklung.

#refugeeswelcome

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